Schmerzen beim Joggen – Die Geschichte einer Ex-Ehefrau

Keine Angst, diese Geschichte handelt nicht von einem fürchterlichen Rosenkrieg oder etwa körperlicher Gewalt zwischen zwei Menschen, die sich vielleicht einmal geliebt haben mögen.
Diese Geschichte ist tatsächlich geschehen und beschreibt eine Begebenheit von einer Frau über 50, die schon lange geschieden ist und trotzdem noch eine Verbindung zu ihrem Ex-Ehemann hatte, von der sie nichts ahnte.

Sylvia, so nenne ich sie hier, ist eine gestandene Frau, die mit beiden Beinen mitten im Leben steht. Beruflich erfolgreich, privat alles geordnet. Seit mehreren Jahren schon lebt sie mit ihrem Partner in ihrer Eigentumswohnung und behauptet selbst von sich, ein zufriedener Mensch zu sein.

Warum also ist sie dann zu mir gekommen?
Sie hat ein neues Hobby für sich entdeckt: das Joggen. Seit einem Jahr läuft sie regelmäßig und mit wachsender Leidenschaft so oft wie möglich ihre 8-km-Runde. Das Laufen tut ihr gut, sie genießt die Bewegung in der Natur und auch das neue Körpergefühl, das sich mit ihrem Hobby eingestellt hat. Aber Sylvia bekam Schmerzen beim Joggen, Schmerzen im linken Vorfuß. Diese Schmerzen stellten sich ausschließlich beim Joggen ein, beim „normalen“ Gehen ist sie absolut beschwerdefrei. Sie kaufte sich neue Joggingschuhe, die sündhaft teuer waren und ihr im Sportgeschäft in den höchsten Tönen angepriesen wurden – die Schmerzen blieben trotzdem. Sie konsultierte einen Orthopäden, der nichts feststellen konnte, sie war bei einer Osteopathin – alles ohne Erfolg. Eine Freundin von ihr empfahl mich und so fand Sylvia den Weg zu mir.

Nach der Einleitung in die Trance tauchte ziemlich schnell eine Situation auf, an die Sylvia bewusst nie mehr gedacht hatte, weil sie schon über zwanzig Jahre zurück lag: Eine der hitzigen Debatten mit ihrem damaligen Ehemann, nachdem sie ihm eröffnet hatte, sich von ihm trennen zu wollen. Ein Satz von ihm, den er gebetsmühlenartig wiederholte, war: „Du darfst nicht weggehen von mir!“ Immer wieder: „Du darfst nicht weggehen von mir!“
Sie hatte sich dennoch entschieden, sich von ihm zu trennen und reichte kurze Zeit später auch die Scheidung ein.

Was hatte das mit dem Joggen zu tun?
Der Satz: „Du darfst nicht weggehen von mir!“ hatte sich Sylvia fest eingeprägt und als ein Glaubenssatz tief in ihrem Unterbewusstsein verankert. Mit dem Joggen, einem Sport, den sie erst Jahrzehnte später für sich entdeckte, lief sie davon. Sie rannte durch die Natur, um Entspannung zu finden, aber auch um Lasten zu verarbeiten, Stress abzubauen. Ihr Unterbewusstsein empfand das als „davonlaufen“ („Du darfst nicht weggehen von mir“), und meldete sich mit Schmerzen im Fuß, um sie davon  abzuhalten.

Sylvia ließ in Trance ihren geschieden Mann auftauchen und bat ihn nachträglich um die Erlaubnis, von ihm weggehen, ihn verlassen zu dürfen. Die Erlaubnis bekam sie von ihm und konnte so den vorhandenen Glaubenssatz auflösen: Sie durfte weggehen von ihrem Mann, und in der Realität hatte sie es ja auch schon längst getan. Sie konnte schon in meiner Praxis eine große Befreiung spüren und meldete bereits am nächsten Tag überglücklich, dass sie zum ersten Mal schmerzfrei joggen war.

Wie konnte das überhaupt funktionieren?
Das Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen Realität und Vision. Eine vergangenes, belastendes Erlebnis wird in Trance so umgewandelt, dass es nicht mehr belastet. Sylvia hat sich nachträglich die Erlaubnis von ihrem Ex-Mann eingeholt und war damit frei, denn ihr Unterbewusstsein hat die nun veränderte Situation als real anerkannt.

Mit Hypnose war das möglich.

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