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Lebenskrise oder Depressionen ?

Lesezeit: 7 1/2 Minuten

Bin ich depressiv oder habe ich bloß eine Lebenskrise?

Kennst du das? Du hast ein Problem, eine ungeklärte Frage, Zweifel, fühlst dich überfordert.

Vielleicht, weil du unglücklich bist in deiner Partnerschaft und überlegst, dich zu trennen. Oder du bist unglücklich an deinem Arbeitsplatz. Eigentlich ist es ein guter Job, doch deine KollegInnen sind unfreundlich und unkollegial. Deine innere Stimme sagt: „Such’ dir etwas anderes!“ Doch du bist unschlüssig: Gute Bezahlung, gute Erreichbarkeit, gute Arbeitszeiten. Ist es wirklich die richtige Entscheidung, etwas anderes zu suchen, auch auf die Gefahr hin, erneut Pech zu haben?

Oder vielleicht ist ein Elternteil sehr krank geworden und du grübelst darüber nach, wie es jetzt weitergehen kann, wie du das alles bewältigen sollst mit deinem Leben, deinen Verpflichtungen und eben auch der Betreuung deines Familienangehörigen.

Jeden Tag kreisen deine Gedanken um dein Problem, das unentwegt, wie ein schlecht erzogenes Kind, immerzu schreit: „Kümmere dich um mich!“ Es trampelt auf deinen Nerven herum, fordert eine Lösung, und du fühlst dich dadurch noch mehr belastet als ohnehin schon. Vielleicht schläfst du schlecht, isst zu viel oder auch zu wenig, trinkst mehr Alkohol, als gut für dich ist, bist nervös, schlecht gelaunt und reizbar. Bei Freunden redest du immer nur über dieses Thema, und gehst mittlerweile allen auf die Nerven, am allermeisten dir selbst. Dein ungeklärtes Problem ist zu einem Teil deines Lebens geworden, es ist immer da und es höhlt dich aus. Es raubt dir deine Kraft, deine Lebensfreude, deinen Elan. Du bist gefangen in deiner Spirale des Grübelns, und wenn du nicht bald zu einer Lösung kommst, wirst du irgendwann krank.

Solche enorm belastenden Phasen gehören zum Leben. Jeder kennt sie. Doch je schlechter es dir geht, desto mehr stellt sich irgendwann einmal die Frage, ob du „nur“ in der Krise und deshalb schlecht gelaunt bist – oder bist du depressiv?

Wichtig zu wissen:

Depressionen gehören zu den häufigsten psychische Erkrankungen und müssen dringend ärztlich und therapeutisch behandelt werden. In einem Artikel las ich, dass ca. 5 Millionen Menschen in Deutschland Depressionen haben. Das ist schlimm. Schlimm ist auch, dass Depressionen häufig unterschätzt bzw. nicht ernst genommen werden. Wenig hilfreiche Sprüche wie „Stell’ dich nicht so an!“ oder „Reiß’ dich zusammen!“ oder „Ach, das wird schon wieder!“ machen es nicht besser. Depressionen müssen genauso anerkannt u n d respektiert werden wie eine schwere organische Erkrankung.

Depressive Menschen brauchen ein empathisches Umfeld, keine blöden Sprüche!

Wichtig: Depressionen können jeden treffen, unabhängig vom Alter, Geschlecht oder den Lebensumständen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Was genau ist eine Depression?

Eine Depression ist ein schleichender Prozess. Sie entwickelt sich, und ist nicht von heute auf morgen da wie Kopfweh. Wenn du also beispielsweise, wie oben beschrieben, aus deiner Grübelschleife nicht herauskommst, kann sich daraus eine Depression entwickeln. Es kann aber auch sein, dass ein aktuellen Ereignis in deinem Leben auslösend für eine Depression ist, ein Wechsel des Arbeitsplatzes, eine Trennung oder ein Verlust, chronischer Stress oder ein anderes schwer wiegendes Lebensereignis.

 

Die Hauptsymptome (über einen längeren Zeitraum, mindestens zwei Wochen)

– gedrückte, niedergeschlagene Stimmung über den ganzen Tag

– Überforderungsgefühle schon bei einfachen Dingen

– das Gefühl von Versagen und Schwäche

– innere Leere, nichts macht mehr Spaß

– Schlafstörungen, morgendliches Früherwachen (zeitiges Aufwachen und Nicht-mehr-einschlafen-können)

– Antriebslosigkeit

– schlechte Konzentrationsfähigkeit

– Zustand der „-losigkeit“: Freud-losigkeit, übrigens auch bei erfreulichen Ereignissen, Hoffnungs- losigkeit, Antriebs-losigkeit, Sinn-losigkeit

– oft auch Suizidgedanken

– Schuldgefühle

– Rückzug vom Freundeskreis oder Freizeitaktivitäten

– evtl.Appetitlosigkeit

 

Eine Depression zu haben, ist kein Zeichen von Schwäche! Ganz im Gegenteil, diese Erkrankung betrifft häufig diejenigen, die einen hohen Anspruch, eine hohe Erwartungshaltung an sich haben.

Eine Depression geht mit veränderten Stoffwechselprozessen im Gehirn einher, wobei noch nicht endgültig geklärt ist, ob und inwiefern sie Ursache oder Folge einer Depression sind. Es entsteht ein Ungleichgewicht der verschiedenen Botenstoffe im Gehirn wie Noradrenalin und Serotonin. Deshalb muss ein Antidepressivum eingesetzt werden, das ausgleichend im veränderten Stoffwechsel im Gehirn wirkt und ihn wieder normalisiert.

Was kannst du also tun?

Wenn du erkennst, dass du Depressionen hast, sollte dein erster Weg dich zu deinem Hausarzt / zu deiner Hausärztin führen. Er/sie wird dich beraten, und dir je nach Schwere deiner Erkrankung (es wird unterschieden zwischen leichter, mittelgradiger und schwerer depressiver Episode) ein Antidepressivum verordnen, und dich auch eventuell arbeitsunfähig schreiben. Das Antidepressivum braucht ein paar Tage, manchmal bis zu zwei Wochen, bis es anflutet und einen ausreichenden Wirkspiegel aufgebaut hat. Du wirst es daran merken, dass es dir insgesamt besser geht, du wieder Anteil an deinem Leben nimmst und interessierter bist.

Antidepressiva machen nicht abhängig!
Antidepressiva sorgen dafür, dass du wieder genügend Antrieb bekommst, um weitere Schritte zu deiner Genesung einzuleiten!

Vielleicht überweist er dich auch noch an einen Psychiater. Zu einem Psychiater zu gehen, bedeutet nicht „gaga“ zu sein! Ein Psychiater hat mehr Möglichkeiten, kann dir eventuell schneller zu einer Rehabilitationsmaßnahme verhelfen oder dir vielleicht auch einen Psychotherapeuten nennen, bei dem du dich melden könntest.

Apropos Psychotherapeut: Auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es eine Liste mit in Frage kommenden Psychotherapeuten, die du abtelefonieren kannst, um eine Gesprächstherapie zu bekommen. Erfahrungsgemäß dauert es leider 6-9 Monate, bis du eine Psychotherapie beginnen kannst. Alternativ kannst du eine Hypnosetherapie beginnen, die du aber selbst bezahlen musst. Hier sind die Aussichten, sofort (innerhalb der nächsten zwei Wochen) starten zu können, relativ groß.

Wenn es dir besser geht: Beginne mit Spaziergängen oder such`dir eine Sportart, die dir Spaß macht. Bei körperlicher Bewegung werden die sog. „Glücklichmacher“ ausgeschüttet, Botenstoffe also, die positiv auf die Psyche wirken.

In Lebenskrisen hilft oft ein Gespräch mit einer vertrauenswürdigen Person, die einen ganz anderen Blick auf dein Problem hat als du selbst. Das kann für eine Klärung sehr hilfreich sein!

Bring’ dein Problem zu Papier. Schreib’ alles auf, was dir dazu einfällt. Manchmal ergeben sich beim Aufschreiben Aspekte, an die du noch gar nicht gedacht hast, die aber bei der Lösung sehr wichtig sein können.

Bewegung in der Natur hat etwas Wohltuendes, Befreiendes, oft auch Meditatives, und manchmal klären sich die Gedanken beim Gehen.

Bring’ Spaß in dein Leben – jetzt noch mehr als sonst schon! Es ist in deiner Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es dir gut geht! Woran hast du Freude, was bringt dich auf andere Gedanken?

Ein professioneller Coach kann dir ebenfalls weiterhelfen. Coaches sind dafür ausgebildet, Menschen bei der Klärung wichtiger Lebensfragen zu helfen, damit der nächste Schritt getan werden kann. Im Internet findest du bestimmt einen guten Coach in deiner Nähe.

Und, natürlich: Hypnose kann sehr hilfreich sein! Frag’ doch einfach einmal dein Unterbewusstsein, was es zu deinem Problem meint! Oft hat es schon eine Lösung parat – es ist dir bloß noch nicht bewusst!

Ich hoffe, dass dir mein kleiner Aufsatz ein wenig helfen konnte, deinen Weg zu finden.
Und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es dir, solltest du betroffen sein, bald wieder besser geht.
Falls du Fragen hast: Scheu’ dich nicht, mich zu kontaktieren.

Herzlichst,
Martina Berkenkamp